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Virtuosität und Entdeckung

Beim Konzert mit Elli Choi und Anna Han erlebte das Publikum einen Abend, der durch Virtuosität, stilistische Vielfalt und große musikalische Präsenz überzeugte. Das Programm spannte den Bogen von Schubert und Beethoven bis hin zu Strawinski und Wieniawski und eröffnete dabei unterschiedliche klangliche Perspektiven.

Bereits in Schuberts Rondo brillante und Beethovens Sonate Nr. 10 zeigte Elli Choi ihre beeindruckende technische Souveränität und Ausdruckskraft. Die junge Geigerin, die sich international rasant etabliert, überzeugte mit klarem Klang, großer Präsenz und einem feinen Gespür für musikalische Gestaltung. Anna Han gestaltete die Klavierpartien mit Sensibilität und klanglicher Tiefe und erwies sich als gleichwertige Partnerin.

Ein besonderes Highlight des Abends war Strawinskis Divertimento, das für viele eine spannende Entdeckung darstellte. Die rhythmische Prägnanz und die farbenreiche Klangsprache verliehen dem Werk eine besondere Frische und Energie.

Mit Wieniawskis virtuoser Polonaise de concert fand der Abend einen brillanten Abschluss. Das Publikum erlebte ein Konzert voller Energie, Entdeckungsfreude und musikalischer Intensität.

Von Bach zu Chopin

Beim Klavierabend mit Yulianna Avdeeva entfaltete sich ein Programm von außergewöhnlicher Spannweite, das von Bach bis Chopin reichte und dabei verschiedene Facetten pianistischen Ausdrucks eindrucksvoll vereinte.

Den Auftakt bildete Bachs Chromatische Fantasie und Fuge, in der Avdeeva mit klanglicher Klarheit und struktureller Präzision überzeugte. Es folgten mehrere Werke von Liszt, die mit ihrer düsteren, experimentellen Klangsprache einen spannungsvollen Kontrast setzten. Hier zeigte die Pianistin ihre enorme Virtuosität ebenso wie ihre Fähigkeit, extreme Ausdrucksräume differenziert zu gestalten.

Im zweiten Teil des Abends widmete sich Avdeeva Chopins 24 Préludes op. 28. Mit großer musikalischer Geschlossenheit und feinem Gespür für Charakter und Atmosphäre formte sie den Zyklus zu einem eindringlichen Ganzen.

Die international gefeierte Pianistin, die mit dem Gewinn des Chopin Wettbewerbs 2010 weltweit bekannt wurde, beeindruckte durch ein Spiel, das Kraft, Sensibilität und interpretatorische Tiefe vereint.

So entstand ein Konzertabend von großer Intensität, klanglicher Vielfalt und künstlerischer Konsequenz.

Zwischen Tradition und Imagination

Beim Konzert am 16. April entfalteten die Geigerin Soyoung Yoon und der Pianist Marcin Sikorski unter dem Titel „Mythen“ ein Programm von außergewöhnlicher dramaturgischer Spannweite. Werke von Kreisler, Weinberg, Szymanowski und Debussy verbanden unterschiedliche musikalische Welten zu einem vielschichtigen Hörerlebnis.

Bereits im virtuosen Auftakt mit Kreislers Präludium und Allegro zeigte Soyoung Yoon ihre große klangliche Präsenz, technische Souveränität und stilistische Feinheit. Die international renommierte Geigerin, die in Seoul geboren wurde und durch bedeutende Wettbewerbserfolge früh auf sich aufmerksam machte, überzeugte im weiteren Verlauf mit einem Spiel, das Präzision und Ausdruckskraft eindrucksvoll verband. Marcin Sikorski gestaltete die Klavierpartien mit großer Sensibilität und musikalischer Klarheit.

Besonders eindrucksvoll war die unmittelbare Ansprache des Publikums: Mit kurzen musikalischen Einführungen zu Weinberg und Szymanowski eröffneten die Künstler einen direkten Zugang zu den Werken und schärften das Hören für deren besondere Klangsprache. So entstand ein Konzertabend, der durch Nähe, Tiefe und klangliche Vielfalt nachhaltig in Erinnerung bleibt.

Tradition im neuen Gewand

Beim Konzert „Zeitlos“ am 26. März präsentierte das Kölner Orgeljazz Trio Neuzeit ein Programm, das klassische Meisterwerke in neuem Klanggewand erlebbar machte. Werke von Tschaikowsky, Satie, Grieg, Schostakowitsch, Offenbach, Paganini, Rachmaninoff und Bach wurden mit großer Kreativität und stilistischer Offenheit interpretiert.

Das Trio überzeugte mit einem unverwechselbaren Sound zwischen Jazz, Klassik und Improvisation. Bekannte Melodien erschienen in überraschenden Arrangements, die sowohl ihre ursprüngliche Ausdruckskraft bewahrten als auch neue klangliche Perspektiven eröffneten. Besonders eindrucksvoll war das Zusammenspiel von Orgel, Kontrabass und Schlagzeug, das eine große klangliche Bandbreite von fein nuancierten Passagen bis zu kraftvollen Grooves ermöglichte.

Mit „Zeitlos“ gelang es den Musikern, unterschiedliche Hörgewohnheiten zu verbinden und ein Konzerterlebnis zu schaffen, das gleichermaßen zugänglich wie künstlerisch anspruchsvoll war.

Zwischen Innigkeit und Intensität

Beim Konzert mit Kevin Zhu und Benjamin Hochman erlebte das Publikum ein Programm, das Virtuosität und erzählerische Tiefe auf eindrucksvolle Weise verband. Mit den Ungarischen Tänzen von Brahms in der Bearbeitung von Joseph Joachim eröffnete das Duo den Abend voller Energie, rhythmischer Prägnanz und klanglicher Farbigkeit.

In Griegs Violinsonate Nr. 3 in c Moll entfaltete sich ein weiter Spannungsbogen zwischen lyrischer Innigkeit und leidenschaftlicher Dramatik. Besonders im zweiten Satz überzeugte das Zusammenspiel durch feine Abstimmung und große Ausdruckskraft.

Die Violinsonate von Richard Strauss bildete den krönenden Abschluss. Hier zeigten beide Künstler ihre ganze Bandbreite an Klang und Ausdruck, von sanglicher Wärme bis zu brillanter Virtuosität. Kevin Zhu beeindruckte mit technischer Souveränität und erzählerischer Intensität, während Benjamin Hochman als sensibler und zugleich kraftvoller Partner am Klavier überzeugte.

Das Publikum erlebte einen Abend voller Kontraste, Ausdruckskraft und musikalischer Dialoge.

Zwischen Transparenz und Weite

Am 12. März 2026 war das Schumann Quartett mit dem Programm HEIMAT zu Gast. Auf dem Programm standen Mozarts Streichquartett Nr. 20 in D Dur KV 499, das sogenannte Hoffmeister Quartett, sowie Dvořáks Streichquartett Nr. 12 in F Dur op. 96, das Amerikanische.

Das Ensemble begeisterte mit einer Interpretation, die von Präzision, klanglicher Tiefe und großer Unmittelbarkeit geprägt war. Besonders eindrucksvoll war, wie selbstverständlich das Quartett musikalische Spannung, feine Abstimmung und lebendige Kommunikation miteinander verband. So entstand ein Konzerterlebnis, das sowohl die Transparenz von Mozarts Klangsprache als auch die Wärme und Weite von Dvořáks Musik eindrucksvoll zur Geltung brachte.

Das Publikum erlebte einen Abend voller Intensität, Offenheit und kammermusikalischer Energie.

Piano und Sand

Piano und Sand fanden sich am 19.02.2926 im Hagenhaus zu einer Begegnung, die fein und unmittelbar berührte. Die poetische Spannung zwischen Klang und Vergänglichkeit zog sich wie ein leiser roter Faden durch das gesamte Programm. Die Sandbilder von Anna Vidyaykina entstanden im Moment, veränderten sich mit jedem Atemzug und öffneten einen visuellen Raum, in dem sich die vertrauten Werke des Klavierrepertoires neu erschlossen.

An der Seite dieser wandelbaren Bilder führte Sabina Hasanova mit sicherem Ausdruck durch ihr Programm New Moon. Ihre Auswahl aus den Werken von Debussy, Rachmaninoff, Beethoven, Chopin, Ravel und Boulanger liess das Publikum in jene Spannungsfelder eintauchen, in denen sich der Mond seit jeher als stiller Begleiter menschlicher Empfindungen zeigt. Die Klänge entfalteten sich im Raum, während der Sand in Annas Händen zu einer zweiten Erzählstimme wurde.

Gerade in dieser Kombination lag der besondere Reiz des Abends. Musik, die nur im Augenblick existiert, und Bilder, die sich im selben Moment wieder verflüchtigen, erinnerten daran, wie reich die kurzen Momente sein können, die wir mit allen Sinnen wahrnehmen. Wer sich auf diese Verbindung einliess, erlebte einen Konzertabend, der nachklang wie ein vertrauter Gedanke, der erst im Rückblick seine Tiefe entfaltet.

Reihe Weltstarts mit Daniel Müller-Schott

Am Donnerstag, 12. Februar 2026, war im Hagenhaus in Nendeln ein Abend zu erleben, der dem Titel Innigkeit in jeder Hinsicht gerecht wurde. Daniel Müller Schott am Violoncello und Annika Treutler am Klavier gestalteten das Konzert als intensiven Dialog, in dem sich große Klangbögen und feinste Nuancen selbstverständlich ergänzten.

Zu Beginn öffneten Schumanns Fantasiestücke op. 73 einen sehr persönlichen Raum. Zartheit, Beweglichkeit und aufblitzende Energie wechselten sich organisch ab, getragen von einem Spiel, das jede Wendung wie eine kurze Erzählung wirken ließ. Danach führte Prokofjews Cellosonate op. 119 in eine deutlich weitere dramatische Spannweite. Zwischen dunkler Ruhe und markanter Klarheit entstand eine Spannung, die sich aus Präzision und kluger Gestaltung des musikalischen Atems speiste.

Nach der Pause stand Brahms’ zweite Cellosonate op. 99 im Zentrum. Hier verdichtete sich alles zu Wärme, Leidenschaft und architektonischer Größe. Die Musik wirkte zugleich kraftvoll und bis ins Detail ausgehört, mit einem Zusammenspiel, das die Energie der schnellen Sätze ebenso trug wie die innige Tiefe der ruhigen Momente.

Ein Konzertabend auf höchstem Niveau, voller Intensität und mit einem Nachklang, der blieb.

Musik aus aller Welt mit dem Preda World Collective

Der 5.2.26 stand ganz im Zeichen musikalischer Offenheit und klanglicher Vielfalt. Mit dem Preda World Collective erlebte das Publikum ein Ensemble, das mühelos Brücken zwischen Tradition und Gegenwart schlägt.

Im Zentrum des Abends hielt der Cimbalom Virtuose Marius Preda die Fäden zusammen. Geprägt durch seine Studien in Den Haag und internationale Kooperationen formte er einen dichten, zugleich beweglichen Klangraum. Am Klavier überzeugte Eduard Preda, dessen Spiel und Kompositionen eine klare Stimme der jungen Generation erkennen liessen.

Das Fundament des Ensembles bildete Robertino Mihai mit warmem Kontrabassklang, während Maxim Zettel mit feinem Gespür für brasilianische und Afro Latin Rhythmen für Energie und Tiefe sorgte. Als Gast erweiterte der Gitarrist Ratko Zjaca den Klangraum des Ensembles um weitere Farben.

Eigene Kompositionen, klare Melodien und viel Raum für Improvisation prägten den Abend. Der Dialog der Stimmen, getragen von Virtuosität und gegenseitigem Zuhören, machte die Musik lebendig und spannte einen weiten Bogen zwischen Folklore, Jazz und zeitgenössischem Ausdruck.

Made in Liechtenstein

Am 29.01 fand die erste Ausgabe der Serie Made in Liechtenstein statt und eröffnete das Kulturjahr mit einem besonderen Abend, der ganz im Zeichen der heimischen Musikszene stand. Andreas Krättli nahm das Publikum mit auf eine sehr persönliche musikalische Zeitreise und erzählte von prägenden Begegnungen, Freundschaften und gemeinsamen Wegen.

Im Zentrum stand die langjährige Verbindung zur Mundartband Rääs, die Andreas Krättli seit den Anfängen seiner Radioarbeit begleitet. Erinnerungen an erste Sendungen, Wettbewerbe und gemeinsame Meilensteine machten deutlich, wie stark Musik und Medien in Liechtenstein miteinander verwoben sind.

Mit Marco Hoch und Beat Don Toblerone von Naturtrüeb ergänzten zwei prägende Musiker den Abend. Ihre Geschichten, Klänge und ihre Nähe zum Publikum verliehen der Veranstaltung eine besondere Authentizität.

Entstanden ist ein Abend voller Heimatgefühl, Offenheit und gegenseitiger Wertschätzung. Persönlich, nah und echt Made in Liechtenstein.

Fado aus Lissabon im Hagenhaus

Am 22. Januar 2026 war die junge Fado Szene aus Lissabon zu Gast im Hagenhaus in Nendeln. Im Zentrum des Abends stand ein Ensemble um den Gitarristen, Komponisten und Produzenten Diogo de Castro, der die Tradition des Fado behutsam öffnet und in neue klangliche Räume führt.

Gemeinsam mit Tomás Pauseiro an der Portugiesischen Gitarre, der Sängerin Carolina Varela Ribeiro, Manuel da Silva am Akustikbass und dem Geiger João da Silva entstand ein dichtes, atmosphärisches Klangbild.

Das Programm erzählte vom Fado als Musik der Sehnsucht, der Stadt und der Nacht. Eigenkompositionen standen neben klassischen Formen, improvisierte Übergänge verbanden Strophen und Refrains. Die Portugiesische Gitarre bildete den funkelnden Kern, Bass und klassische Gitarre schufen Weite und Tiefe. Ungewöhnlich und prägend war die Violine als zweite Erzählerin, die der Saudade eine neue Bewegung verlieh.

Cuarteto Casals eröffnet das Konzertjahr 2026

Mit einem hochkarätigen Konzert eröffnete das Cuarteto Casals am 15. Januar die Reihe Donnerstag im Hagenhaus in Nendeln. Das international renommierte Streichquartett, 1997 in Madrid gegründet, zählt seit über 25 Jahren zu den führenden Ensembles seiner Gattung.

Auf dem Programm standen Joaquín Turinas einsätziges Streichquartett La Oración del Torero op. 34 sowie Franz Schuberts letztes Streichquartett in G Dur D 887. Mit großer klanglicher Geschlossenheit, technischer Souveränität und tiefem Verständnis für die musikalische Struktur gestaltete das Quartett einen Abend, der die stilistische Bandbreite und Ausdruckskraft der Gattung eindrucksvoll sichtbar machte.

Das Cuarteto Casals ist in Barcelona beheimatet und international regelmäßig in den wichtigsten Konzertsälen und bei bedeutenden Festivals zu Gast. Seine Interpretationen gelten als Maßstab für kammermusikalische Präzision und künstlerische Tiefe.