Wie klingt die Musikgeschichte eines Landes, wenn sie nicht nur erzählt, sondern gespielt, getanzt und gemeinsam erinnert wird? Beim Abend «Rock ’n’ Roll im Fürstentum» wurde der Peter Kaiser Konzertsaal im Hagenhaus zu einem Ort, an dem Vergangenheit und Gegenwart unmittelbar aufeinandertrafen.
Im Rahmen der Reihe «Donnerstag im Hagenhaus» widmete sich der LIVE Musik Podcast «Musik aus Liechtenstein» am 8. Oktober einem besonderen Kapitel der heimischen Kulturgeschichte. Im Mittelpunkt standen nicht allein bekannte Songs oder historische Daten, sondern vor allem die Menschen, Erlebnisse und Erinnerungen, die mit der Entwicklung der Rockmusik in Liechtenstein verbunden sind.
Gastgeber Andreas Krättli führte durch den Abend und sprach mit Antoine Lemaire, Autor des Buches «Rock ’n’ Roll im Fürstentum», über die musikalischen Entwicklungen im Land. DJ Heinz Mühlegg ergänzte diese Rückblicke mit Originalschallplatten und persönlichen Geschichten. Dadurch wurde Musikgeschichte nicht abstrakt vermittelt, sondern anhand konkreter Klänge und Erfahrungen hörbar.
Dass Rock ’n’ Roll immer auch Bewegung bedeutet, zeigte sich an diesem Abend besonders deutlich. Der Tanzclub Liechtenstein brachte Paartanz auf die Bühne, während Urban Dynasty mit Streetdance eine heutige Form urbaner Tanzkultur gegenüberstellte. Weitere Beiträge von Kurt Ackermann sowie Fausi und Marco Meier von den Väh-Hüater erweiterten das Programm und machten sichtbar, wie viele unterschiedliche Geschichten sich mit der Musikszene Liechtensteins verbinden.
Gerade diese Mischung machte den Abend besonders: Erinnerungen trafen auf Live-Momente, Schallplatten auf Tanz, persönliche Erzählungen auf gemeinsame Kulturgeschichte. Dabei entstand kein nostalgischer Blick zurück. Vielmehr wurde deutlich, dass musikalische Traditionen weiterleben, wenn Menschen sie erzählen, interpretieren und an eine nächste Generation weitergeben.
Mit «Musik aus Liechtenstein» werden solche Geschichten nicht nur auf der Bühne sichtbar gemacht, sondern auch audiovisuell festgehalten. Die Aufzeichnung bewahrt damit weit mehr als einen einzelnen Veranstaltungsabend. Sie dokumentiert Stimmen, Begegnungen und Erinnerungen, die Teil der Liechtensteiner Musikgeschichte sind.